SEHNSUCHT NACH DEM UNBEKANNTEN?
SEHNSUCHT NACH DEM UNBEKANNTEN?
Um ihn nicht zu enttäuschen, holte ich
zerstoßenes Eis aus dem Kühlschrank und legte es vorsichtig in seine kleine Hand. „Schau, das ist wie Schnee, nur dass er nicht bleibt.“ Er erschrak, ließ es fallen, lief davon und rief laut: „Es ist heiß!“ Wir alle mussten lachen. Er hatte kein Wort für das, was er da gerade spürte.
Sein Staunen war wie ein feiner Riss in seiner vertrauten
Welt; seine Neugier auf das, was größer ist als seine eigene Erfahrung. Ja,
eine Sehnsucht nach dem Unbekannten und zugleich die Grenze seiner Sprache.
Glaube will nicht eingefroren werden. Er darf berühren,
manchmal irritieren, manchmal auch erschrecken. Gerade darin bleibt er
lebendig. Solange wir staunen, fragen und uns überraschen lassen. Unsere
Sehnsucht kann Gottes erste Spur in uns sein.
Haben wir noch den Mut, uns von Gott überraschen zu lassen?
Yohanes Lein - Gemeindereferent
Foto: Privat


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