Kirche „nebenan“

Kirche „nebenan“

Im Kirchenpavillon der Landesgartenschau in Leinfelde steht ein schlichtes Holzkreuz, zusammengesetzt aus sieben Bausteinen – gestaltet von sieben Kirchorten unserer Pfarrei, jeder mit eigenen Bildern, Erinnerungen, Geschichten und Gesichtern: Spuren von Vergangenheit, Zeichen gelebter Gegenwart, Hinweise auf das Heute, auf Gruppen, Begegnungen und all das, was Kirche vor Ort trägt und lebendig hält. Ein Kreuz aus vielen Teilen – fast ein Bild des corpus permixtum, des „gemischten Leibes“ unseres Herrn Jesus Christis, der Haupt der Kirche.

Im kirchlichen Denken geraten wir dennoch schnell in vertraute Kategorien: Zentrum und Rand, wichtig und weniger wichtig, sichtbar und unscheinbar. Dieses Kreuz widerspricht dieser Ordnung. Jeder Baustein ist anders und steht „nebenan“ am Kreuzrahmen – nah genug, um dazuzugehören, ohne gleich im Zentrum zu sein.

Jesus selbst hat auffällig selten das Zentrum gesucht. In gewisser Weise war auch er: nebenan. Kirche muss nicht im Mittelpunkt stehen, um wesentlich zu sein. Ihr Ort ist „nebenan“.                                                











Yohanes Lein, Gemeindereferent

Foto: Privat


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