Advent braucht (k)eine Stille

Advent braucht (k)eine Stille

 In Deutschland verbinde ich Advent oft zuerst mit Kälte und Schnee, Stille und Kerzenlicht. In meiner Heimat auf der Insel Flores dagegen ist Advent warm, manchmal regnerisch; und erfüllt von einer lebendigen, frühen Freude. Die Menschen warten nicht im Schweigen; sie warten singend und tanzend. Nicht, weil ihr Alltag leichter wäre, sondern weil sie wissen: Gott kommt nicht erst, wenn alles geordnet ist. Gott ist unterwegs mitten im Leben.

 Ja, Advent ist kein Zustand, den wir herstellen. Advent ist die Bewegung Gottes auf uns zu. Er kommt in das, was wir gerade leben: in das Unfertige, in das Müde, in den vollen Terminkalender, in Veränderung in unserer Pfarrei und im lebendigen Miteinander, das manchmal mehr Regen als Sonnenschein kennt. Advent geschieht, wenn wir spüren, dass Gott seinen Weg zu uns findet – selbst dort, wo wir keinen vorbereiteten Weg sehen. Vielleicht ist das genau der Raum, den wir in diesem Jahr öffnen können:

Nicht die vollkommene Stille, sondern das schlichte, ehrliche „Komm, Herr Jesus“ mitten im Alltag.

                                                          Yohanes Lein - Gemeindereferent

Foto: Privat: Yohanes Vianey Lein
In: Pfarrbriefservice.de

Comments

Popular posts from this blog

Pater Karel: Sri Sumarah yang Soemarah

PUISI KELANA

PUSTKA LAMAHOLOT_Kisah Wato Wele-Lia Nurat, dalam Tradisi Puisi Lisan Flores Timur